Junges Quartett, altehrwürdiger Name

David Oistrakh Quartett feiert im Stift St. Florian sein Österreich-Debüt

Von Georgina Szeless

Den OÖ. Stiftskonzerten gelang die Einladung des russischen Streichquartettes, das den Namen des 1974 verstorbenen weltberühmten Geigers David Oistrach trägt, zu seinem Österreich-Debüt am Freitag in den barocken Gartensaal St. Florian. Für die Musiker zählt in erster Linie offenbar die grandiose Beherrschung der technischen Ausrüstung. Allesamt sind sie solistisch hervorragend und auch jeder für sich allein bereits sehr erfolgreich, aber gerade die heikle Kunst des Zusammenspiels in einer Königsdisziplin wie dem Streichquartett brauchte klanglich noch etwas mehr gegenseitige Anpassung.

Mit Temperament und Leidenschaft

Die Umbesetzung in der zweiten Geige mit Fedor Rudin dürfte für Andrey Baranov (1. Violine), Fedor Belugin (Viola) und Alexey Zhilin (Violoncello) dabei keine Rolle gespielt haben. Allen gemeinsam war die ungestüme, mit feurigem Temperament und emotionaler Leidenschaft ausgeübte Musizierart, die das Programm so mitreißend werden ließ. Anfangs gleich bei der klassischen Verbeugung mit Schuberts c-Moll Quartettsatz. Vollendet gearbeitet erklang das 8. Streichquartett c-Moll op. 110 von Dmitri Schostakowitsch. Um russisch fortzusetzen, spielte das Quartett dann Tschaikowskys erstes Opus D-Dur in vollem jugendlichen Überschwang, wie es sich für das Frühwerk gehört, das im Andante-Satz aber auch durch zarte Töne auffiel.

Seine artistischen Streicherkünste erprobte das Quartett noch in zwei Capricen von Paganini in einer Quartettbearbeitung von Fedor Belugin, die zu mehr Schauspielstücken der Technik gerieten. Das begeisterte Publikum gab sich erst nach drei Zugaben (einmal ungarisch, zweimal russisch) zufrieden und klatschte lange.

Source: https://volksblatt.at/junges-quartett-altehrwuerdiger-name/